Trauer ist ein hochdosiertes Gefühl, denn Abschied nehmen, von dem, was Dir ans Herz gewachsen ist, fällt schwer. Die Kette der Freundschaft zu lösen, die Dich verbindet, ist nicht ohne Schmerzen möglich, denn die Kette der Herzen bleibt. Erinnerungen steigen in Dir auf, Tränen des Abschieds sind Seelenschmerzen. Im Vordergrund des Bildes sitzt ein Clown mit roter Nase, er brachte die Menschen zum Lachen. Aber nun sieht er traurig aus. Links ist ein Sarg, der auf einem blau-gelben Teppich steht, und rechts auf der Bank liegen zwei weiße Handschuhe. Denn Weiß ist die Farbe der Unschuld. Ein rechter Winkel hängt über der roten Bank, denn das Winkelmaß bezeichnet die strenge Gerechtigkeit, auf die er in seinem Leben achtete. Im Hintergrund siehst Du Trauernde. Wenn Du aufs Bild schaust, bist Du vor oder hinter der Bühne des Vorhangs. Auch Du musst loslassen und freigeben können. Neues Leben wächst; was gesät wird, muss reifen. Es lebt weiter, auch wenn Du den Samen des neuen Lebens nicht siehst. Wenn der Vorhang fällt, denke daran, wie das Leben wächst und vergeht. Im Geist liegt der Keim Deines Lebens.


Ein fruchtbares Leben bringt Reife. Der Samen geht auf, wenn er die Erde durchbricht. Überall ist Leben im Wandel der Verwandlung, und Ewigkeiten kommen und gehen. Der Tod ist Reife. Geburt und Tod sind schmerzhaft, aber sie fördern das Wachstum. In Goethes Faust heißt es: "Von edlem Geister Chor umgeben, wird sich der Neue kaum gewahr. Er ahnt kaum das frische Leben, so gleicht er schon der heiligen Schar. Sieh, wie er jedem Erdenbande der alten Hülle sich entrafft und aus Atarischem Gewande hervortritt erster Jugendkraft. Vergönne mir ihn zu belehren, noch blendet ihn der neue Tag."




Was Du von Deinen Freunden gelernt hast, darfst Du behalten. Es kann weiter wachsen und Du musst es weitergeben.